Badheizkörper entlüften: Anleitung in 6 Schritten
Badheizkörper entlüften: Anleitung in 6 Schritten für mehr Wärme im Bad
Ihr Badheizkörper gluckert, wird nur halb warm oder bleibt im oberen Bereich kalt? In neun von zehn Fällen ist die Ursache ganz einfach. Luft hat sich im Heizkörper gesammelt und blockiert den Wärmefluss. Die gute Nachricht: Sie brauchen weder einen Handwerker noch teures Werkzeug, um das zu lösen. Mit unserer Anleitung haben Sie das Problem in zehn Minuten behoben und sparen dabei sogar Heizkosten.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Badheizkörper richtig entlüften. Außerdem erfahren Sie, woran Sie erkennen, dass Entlüften überhaupt nötig ist, und was zu tun ist, wenn das Entlüften nicht hilft.
Inhaltsverzeichnis
- Daran erkennen Sie, dass Ihr Heizkörper entlüftet werden muss
- Warum entweicht überhaupt Luft in den Heizkörper?
- Welches Werkzeug Sie brauchen
- Anleitung: Badheizkörper in 6 Schritten entlüften
- Wenn das Entlüften nicht hilft: Häufige Probleme
- So vermeiden Sie das Problem in Zukunft
- Häufige Fragen zum Entlüften
Daran erkennen Sie, dass Ihr Heizkörper entlüftet werden muss
Bevor Sie zum Schraubenzieher greifen, prüfen Sie kurz, ob die typischen Anzeichen vorliegen. Manchmal hat eine schwache Heizleistung andere Ursachen, etwa ein verklemmtes Thermostat oder einen defekten Heizstab.
- Gluckergeräusche: Sobald Sie das Thermostat aufdrehen, hören Sie ein leichtes Blubbern oder Gluckern aus dem Heizkörper.
- Ungleichmäßige Wärme: Der untere Teil des Heizkörpers wird warm, der obere bleibt kalt. Bei Handtuchheizkörpern fühlen sich oft die obersten Sprossen kühl an, während die unteren heiß sind.
- Heizkörper wird gar nicht warm: Trotz aufgedrehtem Thermostat bleibt der ganze Heizkörper kalt oder höchstens lauwarm.
- Lange Aufheizzeiten: Der Heizkörper braucht ungewöhnlich lange, um warm zu werden.
- Höhere Heizkosten: Trotz gleichem Heizverhalten zahlen Sie mehr als im Vorjahr.
Treffen mehrere dieser Punkte zu, ist Entlüften die wahrscheinlichste Lösung. Sie sparen sich damit nicht nur den Handwerker, sondern können laut EnBW Ihren Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent senken.
Warum entweicht überhaupt Luft in den Heizkörper?
Ein Heizkreislauf ist ein geschlossenes System. Eigentlich sollte gar keine Luft hineinkommen. Trotzdem passiert es regelmäßig. Die häufigsten Gründe sind:
Sauerstoff aus dem Heizungswasser löst sich. Auch im Heizungswasser ist gelöster Sauerstoff enthalten. Bei jedem Aufheizen entweicht ein Teil davon und sammelt sich an der höchsten Stelle im System. Bei einem Handtuchheizkörper im Bad ist das oft genau dort, wo die obersten Sprossen sitzen.
Druckverlust im System. Wenn der Wasserdruck in der Heizung abfällt, etwa weil die Anlage über Jahre Wasser verloren hat, wird automatisch mehr Luft angesaugt. Das passiert besonders nach einem heißen Sommer, in dem die Heizung nicht gelaufen ist.
Nach Wartungsarbeiten oder Heizkörpertausch. Wer einen alten Heizkörper austauschen lässt oder Reparaturen am Heizungssystem durchführt, bringt zwangsläufig Luft ins System.
Beginn der Heizperiode. Während der Sommermonate steht das Wasser im Heizkörper still. Luft kann sich besser sammeln, Korrosionsprodukte können entstehen. Deshalb ist der Herbst der beste Zeitpunkt für eine Routineentlüftung.
Welches Werkzeug Sie brauchen
Die gute Nachricht zuerst: Sie brauchen weder Spezialwerkzeug noch viel Geld. Was Sie zu Hause vermutlich schon haben, reicht in den meisten Fällen aus.
Das brauchen Sie zum Entlüften
Das Heizungswasser kann sehr heiß sein. Schalten Sie die Heizung idealerweise 30 bis 60 Minuten vor dem Entlüften aus, damit sich das Wasser etwas abkühlt und die Luft Zeit hat, sich oben zu sammeln. Halten Sie ausreichend Abstand und halten Sie den Auffangbehälter direkt unter das Ventil.
Anleitung: Badheizkörper in 6 Schritten entlüften
Diese Anleitung funktioniert für klassische Warmwasserbadheizkörper genauso wie für Modelle mit Mischbetrieb. Bei rein elektrischen Heizkörpern ist Entlüften übrigens nicht nötig, weil die geschlossene Thermoflüssigkeit sich nicht entlüften lässt. Wenn Sie dazu mehr wissen wollen, lesen Sie unseren Vergleich der drei Anschlussarten.
Heizung ausschalten und warten
Schalten Sie die Umwälzpumpe Ihrer Heizungsanlage aus, falls Sie Zugang zum Heizraum haben. In Eigenheimen befindet sich diese meist im Keller in der Nähe des Heizkessels. Warten Sie anschließend 30 bis 60 Minuten. In dieser Zeit kann sich die Luft im System nach oben sammeln und das Wasser beruhigt sich.
In einer Mietwohnung haben Sie diesen Zugang oft nicht. Dann überspringen Sie diesen Schritt einfach. Das Entlüften funktioniert auch ohne abgeschaltete Pumpe, dauert aber etwas länger.
Thermostat auf höchste Stufe drehen
Drehen Sie das Thermostat des Heizkörpers vollständig auf, also auf die höchste Stufe (in der Regel 5 oder das Sternensymbol). Das öffnet das Ventil und sorgt dafür, dass die eingeschlossene Luft frei nach oben aufsteigen kann.
Wenn Sie mehrere Heizkörper im Haus entlüften, beginnen Sie immer beim untersten Heizkörper im Haus und arbeiten sich nach oben. Bei nur einem Heizkörper im Bad ist die Reihenfolge egal.
Entlüftungsventil finden
Das Entlüftungsventil sitzt an der Seite oder oben am Heizkörper, immer auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Bei klassischen Plattenheizkörpern befindet es sich seitlich oben. Bei einem Handtuchheizkörper für das Bad sitzt es meist im hinteren oberen Bereich, manchmal auch oben am höchsten Sprossenende.
Das Ventil ist meist weiß lackiert und hat eine kleine Vierkantöffnung in der Mitte. Genau dort setzen Sie den Entlüftungsschlüssel an.
Auffangbehälter und Lappen bereithalten
Halten Sie den Behälter direkt unter das Entlüftungsventil. Der Lappen kommt zwischen Behälter und Wand, falls Wasser danebengeht. Auch wenn nur wenig austritt, das Heizungswasser ist oft dunkel und kann hartnäckige Flecken hinterlassen.
Ventil vorsichtig öffnen
Setzen Sie den Entlüftungsschlüssel auf das Ventil und drehen Sie ihn langsam gegen den Uhrzeigersinn. Eine Viertel- bis halbe Drehung reicht völlig aus. Sie hören sofort ein leichtes Zischen, das ist die entweichende Luft.
Lassen Sie das Ventil so lange offen, bis keine Luft mehr entweicht und stattdessen ein gleichmäßiger Wasserstrahl austritt. Das ist der Moment, in dem der Heizkörper vollständig entlüftet ist.
Ventil schließen und Wasserdruck prüfen
Drehen Sie das Ventil zügig wieder zu, sobald Wasser fließt. Handfest reicht aus, gewaltsames Festziehen kann das Ventil beschädigen. Schalten Sie die Umwälzpumpe wieder ein, falls Sie diese ausgestellt hatten.
Prüfen Sie zum Abschluss den Wasserdruck am Manometer Ihrer Heizungsanlage. Der Druck sollte zwischen 1 und 2 Bar liegen, je nach Anlage. Falls der Druck zu niedrig ist, müssen Sie Wasser nachfüllen. Bei Mietern übernimmt das in der Regel die Hausverwaltung.
Wenn der Heizkörper nach einer halben Stunde immer noch nicht warm wird, wiederholen Sie den Entlüftungsvorgang ein zweites Mal. Manchmal sammelt sich nach dem ersten Durchgang noch etwas Restluft. Hilft auch das nicht, liegt das Problem woanders.
Wenn das Entlüften nicht hilft: Häufige Probleme
Ihr Heizkörper ist entlüftet, wird aber trotzdem nicht warm? Dann liegt die Ursache an einer anderen Stelle. Hier die drei häufigsten Probleme aus unserer Beratung und was Sie dagegen tun können.
Wenn das Thermostat über Sommer nicht bewegt wurde, kann der Stift im Inneren festsitzen. Drehen Sie das Thermostat zunächst komplett zu, dann wieder voll auf, mehrmals hintereinander. Das löst oft den Stift. Wenn nicht, schrauben Sie das Thermostat ab und prüfen Sie, ob der kleine Metallstift sich frei bewegen lässt. Bei Bedarf hilft ein Tropfen Schmierfett.
In Mehrfamilienhäusern kann es passieren, dass die obersten Heizkörper kein warmes Wasser mehr bekommen, weil der hydraulische Abgleich der Anlage nicht stimmt. Das ist eine Sache für den Fachmann oder die Hausverwaltung. Sie selbst können in dem Fall nichts ausrichten.
Wenn der Heizkörper grundsätzlich nicht ausreicht, hilft kein Entlüften. Prüfen Sie mit unserem kostenlosen Heizleistungsrechner, wie viele Watt Ihr Bad eigentlich braucht. Wenn Ihr aktueller Heizkörper deutlich darunterliegt, ist ein Austausch die einzige langfristige Lösung. Bei BADKERN finden Sie passende Modelle in jeder Größe.
So vermeiden Sie das Problem in Zukunft
Mit ein paar einfachen Routinen halten Sie Ihren Badheizkörper langfristig leistungsfähig und sparen Heizkosten.
Einmal pro Jahr entlüften. Der beste Zeitpunkt ist Ende September oder Anfang Oktober, also direkt vor Beginn der Heizperiode. Sie starten die Heizsaison damit ohne Luftblasen und mit voller Heizleistung.
Wasserdruck regelmäßig kontrollieren. Schauen Sie alle paar Monate kurz aufs Manometer Ihrer Heizungsanlage. Sinkt der Druck unter 1 Bar, sollten Sie Wasser nachfüllen oder die Hausverwaltung informieren.
Heizkörper nicht zudecken. Handtücher direkt über den ganzen Heizkörper zu legen sieht bequem aus, blockiert aber den Wärmestrom. Hängen Sie Handtücher lieber über einzelne Sprossen, sodass die Luft zirkulieren kann.
Bei alten Heizkörpern: Austausch erwägen. Heizkörper aus den 1980er und 1990er Jahren sind oft innen verkalkt und korrodiert. Auch bestes Entlüften bringt da nichts mehr. Ein neuer Designheizkörper sieht nicht nur besser aus, sondern heizt auch effizienter und spart über die Jahre richtig Geld.
Häufige Fragen zum Entlüften
Fazit: Zehn Minuten für mehr Wärme und niedrigere Kosten
Einen Badheizkörper zu entlüften ist eine der einfachsten Wartungsarbeiten überhaupt. Mit einem Entlüftungsschlüssel für unter zwei Euro, einer kleinen Schüssel und zehn Minuten Zeit haben Sie Ihren Heizkörper wieder auf voller Leistung. Das spart bares Geld und sorgt für ein angenehm warmes Bad ohne nervige Geräusche.
Wenn Sie merken, dass Entlüften das Problem nicht löst, oder wenn Ihr Heizkörper schon Jahrzehnte alt ist, lohnt sich oft ein Austausch. Bei BADKERN finden Sie hochwertige Designheizkörper zu fairen Preisen, mit zwei Jahren Garantie und kostenlosem Expressversand.
Bei Fragen zum richtigen Heizkörper für Ihr Bad helfen wir Ihnen gerne weiter. Unser Team erreicht Sie von Montag bis Freitag zwischen 10 und 14 Uhr unter +49 40 239 699 43.
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